Das Sakrament der Firmung
Das Sakrament der Firmung hängt innerlich eng mit der Taufe zusammen. Es nimmt seinen Ausgang bei dem, was die Taufe einem Menschen geschenkt hat.
Wer getauft ist, wer die bedingungslose Liebe Gottes annimmt und erlebt, will an seiner Freude andere Menschen teilnehmen lassen. Wer immer dies aber unternimmt, stößt schnell an Grenzen, die diesem aus der Taufe quellenden Wollen entgegenstehen. Das ist die Realität des Lebens: Das Gute zu tun, fordert unsere Kräfte so sehr, dass wir uns nach Unterstützung umschauen. Die Firmung nimmt diese Situation auf. Die Handauflegung ist ein Gestus der Zuwendung und Annahme, der Hineinnahme in den Lebensbereich Gottes, ein Gestus der Heilung, Zeichen der Übertragung von Leben und Kraft, Macht und Gewalt, von Beauftragung und Sendung.
Das wird vertieft durch die Salbung, die im Zeichen des Kreuzes geschieht. Sie zeigt an, dass der Getaufte in das Amt eingeführt wird, als Christ/in zu leben. Sie wird verstanden und wirkt wie ein Siegel, das eine Vereinbarung beglaubigt: „Gott steht zu dir, Christ/in. Er lässt dich nicht allein. Du kannst dich auf ihn verlassen. Er ist mit dir. In jedem Augenblick deines Lebens. Und er wirkt in seinem Heiligen Geist in dir das Gute. In seiner Kraft bist du stark. Gestärkt für deine Aufgaben als Christ/in.“
In der Feier der Firmung wird also dem, der gefirmt werden will, das Siegel der unverlierbaren bedingungslosen Liebe Gottes wirksam übergeben: „Empfange das Siegel des Geschenkes des Heiligen Geistes.“ So formulierte es Papst Paul VI. im Jahre 1971. Es wird nachdrücklich als sicher bestätigt: Gottes Liebe hört nie auf. Auf dieser Grundlage darf der Christ, die Christin leben.