Grußwort zum 26.11.2022

 

Ein junger Mann kam zu einem Rabbi und sagte: „Meister, ich möchte Gott finden.“ Darauf sagte der Rabbi: „Sag mir, liebst du Gott“? Er: „Nein, dass ich Gott liebe, kann ich wahrlich nicht sagen.“ Der Meister: „Hast du vielleicht die Sehnsucht, Gott lieben zu können?“ Der junge Mann: „Das ist für mich schwer heraus zu finden. Auch das kann ich nicht sagen, dass ich die Sehnsucht hätte, Gott zu lieben.“ „Aber vielleicht hast du die Sehnsucht nach der Sehnsucht, Gott zu lieben“, sagte der Rabbi. „Oh ja, die Sehnsucht nach der Sehnsucht spüre ich wohl!“, rief der Mann. Darauf der Rabbi: „Das genügt. Gott wird sich dir schenken. Denn alles beginnt mit der Sehnsucht.“ (Quelle: unbekannt)

 

Die Geschichte ist für mich eine Ermutigung, den eigenen Sehnsüchten im Leben einen Raum zu geben. Manchmal genügt die Sehnsucht nach der Sehnsucht. Manchmal genügt es, die Hände nach Gott auszustrecken – und Gott schenkt sich.

 

In den Tagen des Advent und der nahenden Weihnacht ist oft vom Warten auf das Kommen Gottes die Rede. In unseren Gottesdiensten können wir in den Texten die Sehnsucht, die Erwartung und die Freude über Gottes Erscheinen in dieser Welt spüren. Das Licht jeder einzelnen Kerze am Adventskranz ist Zeuge dieser Erwartung.

 

An Weihnachten erfüllt sich diese Sehnsucht, indem sich Himmel und Erde berühren.

 

Ich wünsche Ihnen für diesen Advent, dass Sie die Sehnsucht nach Gott immer wieder neu entdecken und erfahren dürfen.

 

Herzlichst,

 

Klaudia Feldes

Gemeindereferentin