Grußwort zum 09.03.2019

Mensch wo bist du?

 

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Ihnen diese Frage gestellt wird?

 

Die erste Frage, die Gott in der Bibel an den Menschen richtet, lautet: "Wo bist du?" (Gen 3,9). Nach dem Sündenfall versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, unter den Bäumen des Gartens (Gen 3,8).

 

…Und nun diese Frage an uns: "Mensch, wo bist du?"  Die Frage Gottes fordert uns heraus:  Wo stehst du und wofür stehst du? Wer bist du? 

Eine Frage, die in den Kern der Verantwortung eines jeden Menschen zielt: "Mensch, wo bist du?"

 

Die Fastenzeit hat begonnen. Eine besondere Zeit! Eine Zeit der Zuwendung zu Gott, dem Nächsten, zur Schöpfung und zu mir selbst. Eine Zeit der Standortbestimmung. Eine Zeit der Neuausrichtung. Eine Zeit des Erbarmens.  Vierzig Tage Zeit, sich genau diesen Fragen zu stellen: Wo bin ich? Wo stehe ich – in meinem Leben, im Umgang mit dem Nächsten, in meiner Beziehung zu Gott, in dieser Welt?

 

Das neue MISEREOR-Hungertuch vom Flensburger Künstler Uwe Appold mit dem Titel „Mensch, wo bist du?“ will uns hierbei begleiten und uns anregen.

 

Es ist während der gesamten Fastenzeit in unseren Kirchen des Pastoralen Raumes zu finden und wird auch in unseren Gottesdiensten und Gebetszeiten punktuell aufgegriffen. Darüber hinaus lädt es zum Betrachten und Entdecken, zur persönlichen Besinnung und zum Gebet ein.

 

Der Künstler selbst sagt über sein Werk: "Wer die Frage ‚Mensch, wo bist du?“ ernst nimmt, wird zugleich in sich selbst hineinhören. Was mache ich gegen die Zerstörung der Schöpfung, die Ungerechtigkeit und die soziale Not? Wo stehe ich in diesem einen, gemeinsamen Haus?"

 

Drei Elemente fallen beim Betrachten des Hungertuches besonders ins Auge:

 

DIE ERDE

 

Die Erde die auf das Tuch aufgetragen wurde, stammt aus dem Garten Gethsemane in Jerusalem, dem Garten, in dem Jesus verhaftet wurde. Sie trägt diese Vergangenheit in sich und lässt aber auch Neues wachsen.

 

Diese Erde erinnert uns auch daran, dass unser Planet Heimat aller Geschöpfe ist und uns als Lebensraum anvertraut ist.

 

DER RING

 

Der goldene Ring als Symbol des Himmels und der Unendlichkeit besitzt kein Anfang und kein Ende. Er symbolisiert hier Gottes unbedingte Zusage seiner Liebe, die allen Menschen und in besonderer Weise den Ausgegrenzten gilt.

 

DAS HAUS

 

Es findet sich angedeutet in der Mitte des goldenen Ringes. Unser „gemeinsames Haus“ im Zentrum ruht also geborgen in der Liebe Gottes. Es ist ein unfertiges Haus als Zeichen dafür, dass wir alle daran bauen und Lösungen für die derzeitigen Krisen finden müssen.

 

Ausführlichere „Lesehilfen“ zum diesjährigen Hungertuch finden Sie auf https://www.misereor.de/mitmachen/fastenaktion/hungertuch/

 

 

Abschließend, möchte ich die Einladung aussprechen, sich in der vor uns liegenden Fastenzeit, Zeit zu nehmen! Zeit zum Betrachten und Entdecken des Hungertuches und damit verbunden auch mit der Frage: „Mensch, wo bist du?“

 

Ich wünsche uns allen, gesegnete vierzig Tage!

 

Herzlichst,   

Ihre Eva Kremer