Grußwort zum 27.06.2020

 

Liebe Gemeinden, liebe Gäste!

 

Aufregende Wochen liegen hinter uns. Die unsichtbare Gefahr des Corona-Virus verunsichert uns. Seit März üben wir Zurückhaltung und Vorsicht. Angst vor Ansteckung hat sich bei nicht wenigen breit gemacht und bremst das Leben aus. Wir befolgen gesetzliche und kirchliche Vorschriften und Maßnahmen zu unserem Schutz. Gottesdienste durften wir zunächst gar nicht feiern und jetzt nur wieder sehr eingeschränkt. Vor allem, weil wir nicht singen dürfen, wird es von vielen, wie auch von mir, als sehr unbefriedigend empfunden. Zudem haben wir einen erhöhten Aufwand an Organisation mit Desinfizieren und Listen führen. All das ist nicht schön und wird hoffentlich irgendwann ein Ende haben.

 

Jetzt geht es in die Sommerpause, die sich automatisch ergibt, wenn in den Schulen Sommerferien sind. Bis Mitte August ist dann auch das Leben unserer Gemeinden etwas reduziert. Gottesdienste wird es trotzdem weiterhin geben. Und ich hoffe und wünsche, dass wir auch unsere Alten und Schwachen nicht aus dem Blick verlieren, die wir in den zurückliegenden Wochen nie vergaßen. Da die Kirche aus Gemeinden besteht, haben wir sie in unseren Gemeinschaften behalten – zumindest in der Kommunikation durch Pfarrbriefe-Austragen und Telefonate. Das war vorbildlich und ich danke allen, die sich hier besonders engagiert haben!

 

Im Blick auf den Herbst finden bereits erste Vorüberlegungen und Vorbereitungen statt. Auf Anraten unseres Bischofs, der es genauso bedauert wie wir, dass jetzt keine Erstkommuniongottesdienste möglich sind, wollen wir den Erstkommunionkindern die Kommunion nicht ewig lang vorenthalten. Wir laden sie mit ihren Familien ein, in unseren normalen Sonntagsgottesdiensten (immer in kleinen Gruppen) mit der Gemeinde zum ersten Mal an der Kommunion teilzunehmen.

 

Gleiches gilt für die Jugendlichen, die bereits auf den Empfang der Firmung vorbereitet sind. Wir wissen jetzt schon, dass es bis zum Advent knapp 40 Gottesdienste dieser Art sein werden. Eine neue Herausforderung ist das, da damit auch unser Anmeldeverfahren für die Gottesdienste mehr Brisanz bekommt.

 

Im Herbst wird der Pastoralausschuss auch wieder unser Vorhaben aufgreifen, an unserer Vereinigung der vier Pfarreien zu einer gemeinsamen Pfarrei neuen Typs zu arbeiten. Das soll nicht hinter verschlossenen Türen geschehen. Sobald es möglich ist, dass wieder größere Veranstaltungen sein können, werden alle eingeladen, ihre Fragen zu stellen und ihre Vorschläge zu unterbreiten. Es muss ein Prozess werden, an dem alle beteiligt werden, die hernach davon betroffen sind. Wir haben also einiges vor.

 

Jetzt ist aber zuerst Sommer. Die Sommerpause möge uns mit Kraft und neuem Mut beschenken. Mir kommt dann immer auch gleich der 121. Psalm in den Sinn, der mir schon oft mitten im Urlaub aus dem Gedächtnis wieder hervorkam:

 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Er lässt deinen Fuß nicht wanken;

er, der dich behütet, schläft nicht.

Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der Herr ist dein Hüter. Der Herr gibt dir Schatten:

er steht dir zu Seite.

Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden

noch der Mond in der Nacht.

Der Herr behüte dich vor allem Bösen,

er behüte dein Leben.

Der Herr behüte dich,

wenn du fortgehst und wiederkommst,

von nun an bis in Ewigkeit.

 

 

Damit wünsche ich Ihnen und auch mir einen schönen Sommer!

 

Ihr

 

Pfr. Alexander Brückmann