Grußwort zum 10.08.2019

 

Türen

 

Durch welche Türen sind sie heute schon gegangen?

Wie sahen diese Türen aus?

Waren dies offene, oder zunächst geschlossene Türen?

Welche Türen mussten vielleicht erst mit dem passenden Schlüssel aufgeschlossen werden?

Wurden Sie hinter diesen Türen bereits erwartet?

Gab es vielleicht auch Türen die verschlossen blieben?

 

Ich glaube jeder von uns kennt es, vor verschlossenen Türen zu stehen.

Und bestimmt ist es fast das Harmloseste, tatsächlich einmal vor der eigenen, verschlossenen Haustür zu stehen. Wie schwierig ist es doch und wie vergeblich, Türen zu öffnen, die für uns verschlossen sind!

 

Nicht die Haustüre, nicht irgendeine andere Türe, sondern die Türen unseres Lebens, vor denen wir stehen, pochen oder gar mit den Fäusten dagegen hämmern, Türen, für die es keinen Schlosser gibt, der einmal eben mit dem richtigen Dreh die Tür öffnen kann.

 

Hier gehört vielleicht dazu, in einen Freundeskreis, in einen geselligen Kreis, in einen Kreis guter Nachbarschaft oder einen Kreis guter Zusammenarbeit zu kommen, und er ist dicht verschlossen und verriegelt , da kommt niemand herein und niemand dazwischen. Und man fühlt so bitter: Ich stehe draußen, ich gehöre nicht dazu, ich werde abgelehnt!

 

Am Unverständlichsten, am schmerzlichsten ist es für uns, wenn wir ahnen oder erleben, dass andere Menschen vor uns oder gegen uns ihre Tür, sich selbst, verschlossen halten.

 

…Und manchmal sind wir es sogar selbst, die die Türen, unsere Türen, zusperren.

 

Das heutige Sonntagsevangelium lädt uns ein, nach den Türen unseres Lebens zu fragen. Vielleicht auch, welche Türen ziehen mich an und welche Schwellen überschreite ich?

 

Wo findet mein Leben statt? Nur vor den großen Türen der Einkaufszentren und Banken, der Vergnügungsviertel und Wellness Zentren?

 

Wie findet mein Leben statt? Zurückgezogen und verschlossen, abgesichert mit Sicherheitsschlössern und Alarmanlage, damit ja niemand eindringt in meine Welt, schön ausgestattet, wo ich mich geborgen und sicher weiß?

 

Wir werden so in diesem Evangelium auch daran erinnert, dass es letztendlich nicht Gott ist, der uns die Tür, zu ihm und einem gelingenden Leben, zuschlagen und uns aussperren will. Wir selber versperren uns den Weg zu ihm, denn die Tür zu Gott ist keine große und prunkvolle, nein, sie ist klein und schmal.

 

Schauen wir auf die Türen unseres Lebens.

 

Achten wir auf die Türen in unserem Leben!

 

Ich wünsche uns allen, dass es uns mit Gottes Hilfe immer besser gelingen möge, unsere Herzen und unsere Türen zu öffnen!

 

Herzlichst,

 

Ihre Eva Kremer