Grußwort zum 07.12.2019

 

Advent heißt: Türen öffnen

 

Eine geöffnete Tür, der Lichtschein dringt ins Dunkel ein. Es ist, wie wenn wir aus dem Dunkel, aus den Sorgen, den Ängsten und Nöten, den Dunkelheiten unseres Lebens auf die Tür und den eindringenden Lichtschein schauen. Die Tür ist einladend geöffnet, als wollte sie sagen: Komm, tritt näher! Stoß sie auf und trete ins Licht. Lass zu, dass das Licht deine Dunkelheiten vertreibt. Der, der da kommt, als Kind in der Krippe, wird einmal sagen: Ich bin die Tür (Joh 10,9), durch die es ins eigentliche Leben geht!  

Schon der Prophet Jesaja verwendete einst das Bild der Tür. „Reiß doch den Himmel auf, und komm herab“ (Jes 63,19b) sprach er und wir finden die Worte wieder in dem bekannten Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“ (GL 231). Gemäß seines Weltbildes, bei dem die menschliche Welt durch ein Himmelsdach von der Welt Gottes getrennt war, verband er damit wohl die Hoffnung, dass dann endlich Gott für die Menschen sichtbar und spürbar sein würde. Bisher sahen und spürten sie zu wenig von Gottes Gegenwart in ihrem Leben. Er sollte endlich aus der verborgenen Ferne hervorkommen.

 

Doch dieses Himmelsdach, so das Bild weiter gedacht, deckt auch nach oben hin alles ab, was bei den Menschen geschieht. Es ist, als ob eine Decke über das menschliche Treiben gezogen sei. Öffnen sich Tor und Tür, wird alles aufgedeckt, was sich darunter verbirgt.

 

Leben und handeln wir nicht oft so, als blieben unser Handeln und unsere Taten unsichtbar? So, als müssten wir für nichts die Verantwortung tragen, so lange es nur niemand „ent-deckt“? Und verschließen wir damit nicht auch die Tür zu unserem Herzen? Schließen andere von unserem Leben, unserem Glück und dem Wunsch nach einem gerechten, erfüllten und einem Leben in Würde aus?

 

Advent heißt: Türen öffnen – viele Türen warten darauf geöffnet zu werden – auch von uns!

 

Ihnen allen wünsche ich eine gesegnete und friedvolle Adventszeit

 

 Catrin Lerch

(Gemeindereferentin)

 

 

 

Kommender Gott!

In deiner Ankunft stößt du alle Türen auf.

Türen, die verschlossen sind dem Glauben.

Türen, die verriegelt sind der Hoffnung.

Türen, die vermauert sind der Liebe.

 

Auch unser Herz hat eine Tür: eine Doppeltür;

die eine öffnest du durch deine Geburt,

die andere müssen wir selbst öffnen.

 

Wenn unsere Tür noch verschlossen ist,

hilf uns, sie für dich zu öffnen:

dem Glauben an dich,

der Hoffnung auf dich,

der Liebe zu dir.

 

Mach auf!

Damit wir uns selbst sagen können:

Mach dich auf!